(K)ein WintermärchenEin Winter mit viel Schnee ist eher selten geworden in Geraberg. Früher, so erzählen die älteren Geraberger, war der Winter wirklich Winter, mit Frost, Schnee, Schneeschuh- und Schlittenfahren. Nun zähle ich mich, weiß Gott nicht, zu den ganz alten Gerabergern, aber in meiner Kindheit war auch der Winter noch die schönste Zeit des Jahres. Kein Tag verging, an dem wir nicht im Hüttental, am Pechhüttefelsen, auf der "Lange" oder "Viereckigen" unsere Schikünste zeigten. So mancher Hüpfer wurde da gebaut und darauf interne Skisprungmeisterschaften ausgetragen. Ja Geraberg hatte im Steintal sogar eine richtige Sprungschanze, auf der die "Lustig" und Herzer um den Schanzenrekord wetteiferten. Wenn das heute nicht mehr so ist, liegt das sicher in erster Linie am Winter an sich - der meist keiner mehr ist - was m.e. mit der globalen Klimaentwicklung zusammenhängt - auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen. Es hat aber auch andere Ursachen, wenn Kinder heute lieber vor der "Klotze" oder dem PC hängen, anstatt sich an der frischen Luft mit Freunden auszutoben. Die Frage ist, wo diese Art der "modernen Freizeitgestaltung" hinführt . . . Auch wenn auf den oben genannten Wiesen "Totenstille" herrscht - es gibt schon noch einige, meist ältere Enthusiasten und auch wieder zunehmend Urlauber, die im tiefen Neuschnee eine Loipe zum Mönchhof oder nach Gehlberg spuren. Leider ist diese am nächsten Tag oft durch Schneepflüge der Forstwirtschaft meist grundlos (keine Holzabfuhr oder -einschlag), durch Geländefahrzeuge (wir dürfen ja) und auch unvernünftige Fußgänger beseitigt oder zumindest zerlatscht. Hier wäre mehr Verständnis und ggf. auch Koordination sinnvoll und notwendig. Für die Kommunen und alle die für den Winterdienst zuständig sind, heißt viel Schnee - viel Arbeit. Bei der gegenwärtigen Knappheit an Kräften und Mitteln nicht immer ein leichtes Unterfangen, die öffentlichen Straßen und Wege rund um die Uhr befahr- und begehbar zu halten, zumal die heutigen Mobilitätsanforderungen der Leute eine ganz andere Strategie erfordern als vor 50, 60 Jahren. An dieser Stelle ein Lob an die Mitarbeiter des Geraberger Bauhofs, die mit wenig Kräften den Winterdienst im Ort gut im Griff haben. Viele Grundstückseigentümer unterstützen diese notwendige und wichtige Arbeit, indem sie die Autos so parken, dass die Räumfahrzeuge ungehindert durchkommen oder den am Straßenrand angehäuften Schnee in die Gärten verbringen um wieder Platz für die möglichst breite Beräumung zu schaffen. Wie schön der Winter rund um Geraberg sein kann, sollen die nebenstehenden Bilder verdeutlichen. Text und Fotos: R. Stange Zu "Aktuelles" Zur Startseite |
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