Mit Mundloch und Kaue

Ein Themenweg soll über das einstige Manganerzbergbaugebiet in der Region von Arlesberg informieren

Das technische Denkmal Braunsteinmühle soll der Ausgangspunkt für einen seit langem geplanten Themenweg sein, der ausführlich über das einstige Erzbergbaugebiet in der Region Arlesberg informieren will.
Experten haben sich den Weg angesehen.

Von Manuela EIERT

ARLESBERG. Neu ist die Idee von diesem Themenweg nicht, doch die Umsetzung braucht Zeit und Mittel. Und überhaupt sollte erst einmal die ehemalige Braunsteinmühle mit ihrem imposanten Pochwerk wieder aufgebaut und zugänglich gemacht werden, ehe Weiterführendes in Angriff genommen werden kann mit dem Ziel, die frühere Erzaufbereitung in der Mühle mit dem Bergbaugebiet selbst zu verbinden. Die Mühle ist soweit, das Pochwerk ist neu eingebaut, ebenso andere technische Merkmale und eine interessante Ausstellung. Nun also kann der Themenweg wieder stärker ins Bewusstseinn gerückt werden. Dazu ist der Gemeinde im Beisein des Forstamtes als entscheidendem Partner, da Grundstücksbesitzer, ein Konzept vorgestellt worden. Ob dieses umsetzbar ist, haben sich Experten vor Ort angeschaut und sind die vorgesehene Strecke abgelaufen. Mit dabei waren Olaf Heinke vom Landesbergamt in Gera - Genehmigungsbehörde bei Altbergbau und Rekonstruktion -, als interessierte und beratender Fachmann der Geologe Dr. Paul Brosien, der Geraberger Rüdiger Krause und der Erfurter Frank Veitenhansl von der Arbeitsgemeinschaft Manganerzbergbau Thüringen und Gerhard Kämpfer - als Bauamtsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Geratal.

Er stellte gleich klar, dass die Gemeinde Geraberg die Vorhaben rund um die Braunsteinmühle nicht allein realisieren  konnte und kann. Darum hat  sie sich in der Arbeitsgemeinr schaft engagierte Unterstützer gesucht und gefunden. Schon für den Wiederaufbau der arg geschundenen Braunsteinmühle haben sie gut kooperiert, nun soll es so weitergehen. Fazit der Vor-Ort-Begehung war: Der Themenweg ist prinzipiell machbar. Der schwierigere Teil kommt nun: Es müssen Genehmigungen und Gelder eingeholt werden. Dazu muss als Basis für alle notwendigen Genehmigungsverfahren gemeinsam mit der Gemeinde ein weiteres Konzept geschrieben werden. Dessen Kernpunkt die Braunsteinmühle sein soll, von der aus der Themenweg zum früheren Abbaugebiet führt. Auf diesem Weg sollen weitere Informationssteine analog der bereits Stehenden aufgestellt werden. Zudem sollen ein Stollen und das Mundloch "Morgenstern" wieder sichtbar gemacht werden. Gerade für letztere sind unbedingt Genehmigungen erforderlich, da der Aufbau des Mundloches ein sehr hohes Maß an Sicherheit erfordert.

Der fünf bis sechs Kilometer lange Themenweg soll beginnend ab Gehlberger Straße durch das Jüchnitztal zum Mönchhof führen. Informationssteine soll es geben zur Grube "Gottesgabe" und zu den Gruben am Himmelsreichkopf. Gedacht ist auch daran, eine sogenannte Kaue, eine Hütte, in der die Bergarbeiter lebten, aufzubauen. Wann das passieren soll, ist aber noch unklar. Angefertigt werden die Infosteine von Rüdiger Krause, zwei von insgesamt fünf hat er bereits fertig. Diese beiden Steine sollen auch noch in diesem Jahr gesetzt werden.

Sukzessive erweitert werden soll zudem die Ausstellung in der Braunsteinmühle, um vor allem bestimmte Aspekte des Manganerzbergbaus noch stärker zu präsentieren.

Quelle: "TA" vom 17. 11. 2006