Lieber Kollege Günter Irrgang, verehrte Ehrengäste und Gäste der Jubiläumsfeier zur 15jährigen kommunalen Partnerschaft zwischen Geraberg und Lahnau,
auch ich als
Bürgermeister von Lahnau möchte Sie von dieser
Stelle ganz herzlich hier in der Geratalhalle begrüßen, und
ich freue mich über
die wieder einmal große Zahl der anwesenden aus Geraberg und
Lahnau,
insbesondere aber auch unserer Freunde der jeweiligen Partnergemeinden
Wincanton und Morbach, über deren Kommen ich mich ganz besonders
freue.
„Kommunale
Partnerschaft über 15 Jahre“, als Günter Irrgang
und ich dieses Datum vor Jahresfrist
aufgriffen, waren wir uns nicht sicher, ob 15 Jahre Partnerschaft ein
Anlass
zum Feiern sind, orientiert man sich doch gemeinhin eher an den
Jubiläumsdaten
unserer Alters- oder Ehejubilare bzw. Zyklen von 25 Jahren, in denen
man
Partnerschaften feierlich würdigt.
So
gesehen gibt es
eigentlich keinen besonderen Anlass zu
einer großen Feier; aber trotzdem
waren wir uns eigentlich von Anfang an einig: Irgendwas müsste man
doch machen,
vielleicht in kleinerem Rahmen.
Wenn
ich heute hier stehe
und auf das Auditorium Blicke,
muss ich – lieber Günter – sagen : Das Projekt ist gescheitert,
aber nur was
den kleinen Rahmen angeht. Wieder wurden wir in Lahnau von dem
Interesse unserer
Bürgerinnen und Bürger und unserer Vereine
überwältigt, an dieser Feier
teilnehmen zu wollen, so dass wir heute aus Lahnau mit fünf Bussen
angereist
sind, um hier mit Euch gemeinsam zu feiern, was am 31. August 1991 mit
der
feierlichen Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden besiegelt wurde,
aber
eigentlich schon mehr als ein Jahr früher begann. Damals – am
19.02.1990 – stellte
der damalige Bürgermeister Dieter Jung
in einem Kurzportrait unserem Gemeindevorstand die Gemeinde
Geraberg vor
und man beschloss – wie es im Protokoll heißt – „nach kurze
Diskussion
einstimmig“ am Freitag, den 2.3. und Samstag, den 3.3.1990 mit
Fraktionsvertretern eine Informationsfahrt nach Geraberg in der DDR zu
machen. So
geschah es und danach war es im Prinzip beschlossene Sache,
partnerschaftliche
Beziehungen miteinander aufzunehmen, und nach eineinhalb Jahren
Verlöbnis wurde
Hochzeit gefeiert.
Und
ich freue mich ganz
besonders, dass die Verantwortlichen
der ersten Stunde, die Urväter und Unterzeichner der
Partnerschaft, heute hier
anwesend sind, wobei auf Geraberger Seite Günter Irrgang und
Gerhard Kämpfer
noch bzw. wieder in Amt und Würden sind, während
Ehrenbürgermeister Dieter Jung
und unser damaliger Erster Beigeordnete und Gemeindeältester
Helmut Brömer
zwischenzeitlich ihren wohlverdienten Ruhestand genießen, es sich
aber nicht
nehmen ließen, heute ebenfalls an unserer Jubiläumsfeier
teilzunehmen. Über ihr
kommen freue ich mich deshalb ganz besonders. Ebenso freue ich mich
aber auch,
dass die Amtsnachfolger dieser Urväter
der Partnerschaft, also zuvorderst die ehemaligen Bürgermeister
Heinz Hertwig
und Roland Schleenbecker heute ebenfalls gekommen sind. Sie beide haben
die
Partnerschaft nicht nur verwaltet, sondern wie ihre Begründer
immer Wert darauf
gelegt, die Idee der Deutsch-Deutschen Partnerschaft fortzuführen
und das
zusammenwachsen der Bevölkerung aus ursprünglich zwei
verschiedenen Gesellschaftssystemen
zu fördern.
Dies
ist ihnen beiden in
hervorragender Weise gelungen, und
dafür auch von meiner Seite ganz herzlichen Dank.
Sie
alle – die
Begründer und ihre Nachfolger – machen
damit deutlich, dass diese
Partnerschaft für sie selbst, aber auch
für unsere Gemeinden einen hohen Stellenwert hat.
Deutsch-deutsche
Partnerschaften haben, so denke ich, ihren ganz besonderen Charakter,
weil sie
vor dem traurigen historischen Hintergrund, der Teilung Deutschlands,
entstanden sind. Kaum ein Gespräch vergeht, ohne dass diese Zeit
deutscher
Geschichte thematisiert wird. Ich
möchte dies an dieser Stelle nicht weiter vertiefen. Nur so viel:
ohne die
deutsche Teilung, die heute überwunden ist ist, wäre es nicht
zu dieser
Partnerschaft, und schon gar nicht in dieser Intensität, gekommen.
Die
Anwesenheit von Ihnen
allen zeigt, wie lebendig die
Partnerschaft nicht nur auf Verwaltungsebene, sondern darüber
hinaus auch auf
Vereinsebene geworden ist. Schließlich sind viele
persönliche Freundschaften in
diesen 15 Jahren entstanden, wechselseitige und regelmäßige
Besuche sind ein
Beleg dafür, dass wir perfekt zueinander passen.
Beispielhaft
möchte
ich hier – aus Lahnauer Sicht – unseren
Büroleiter Klaus Köger nennen, dem Geraberg zu einer zweiten
Heimat geworden
ist. Bei meinen ersten Besuchen als Bürgermeister in Geraberg mit
ihm zusammen
merkte ich schon, dass er hier bekannt ist wie ein bunter Hund, fast
schon mehr
als daheim in Waldgirmes. Auch er
gehört – schon bedingt durch seine unterstützende
Verwaltungsarbeit in den
Anfängen nach der Wende – hier in Geraberg ohne weiteres auch zu
denen, die aus
der Partnerschaft das entwickelten, was sie heute ist. Dafür auch
Ihnen – Herr
Köger – mein ganz herzlicher Dank, und sie wissen, dass ich Sie,
auch wenn Sie
in einigen Jahren ebenfalls in Pension gehen werden, hier nicht ganz
aus der
Verantwortung entlassen werde. Denn mit Verlaub, ich kann mir nicht
vorstellen,
dass Sie von Geraberg ablassen können. Das geht einfach nicht.
Dank auch an Dr.
Klaus Bödrich, der sich über viele Jahre hinweg um die
Partnerschaft auf
Geraberger Seite verdient gemacht hat. Hier wie dort sind es also die
Sympathieträger
als Pole, die sich immer wieder anziehen und bitte sehen Sie mir nach,
wenn ich
nur einige Namen genannt habe, die keinen Anspruch auf
Vollständigkeit erheben
können, denn in Wirklichkeit sind es eine Vielzahl von Personen,
die die
Beziehungen zwischen den Bürgerinnen und Bürgern unser
Gemeinden pflegen.
Für
mich – uns dies
lassen Sie mich abschließend sagen - sind
die freundschaftlichen Beziehungen
zwischen Geraberg und Lahnau, zwischen ihren Vereinen und
Bürgerinnen und
Bürgern nicht nur Verpflichtung, sondern Ehre und Freude, die
Partnerschaft als
Bürgermeister zu bewahren und zu fördern. Wenn dies,
gemeinsam mit unseren Gremien und Vereinen, gelingt,
werden wir –
oder unsere Nachfolgegenerationen – hoffentlich noch viele gemeinsame
Treffen,
natürlich auch Feierlichkeiten, begehen können.
In
diesem Sinne schaue
ich, wie ich hoffe mit Ihnen Allen,
die heute gekommen sind, mit großer Zuversicht in die Zukunft.